Schwarzpinke Plüsch-Schlümpfe. Sehr geehrte Damen und Herren, mit Modetrends ist es wie mit Börsenzyklen, alles kommt irgendwann wieder. Aber während die Schlaghosen und Paisley-Hemden hinten im Schrank auch gerne mal 20 Jahre warten können auf den nächsten Auftritt, würde uns eine dermaßen lange Schwächephase bei Kapitalanlagen doch beunruhigen. Wir hätten schon lange verkauft. Und genau darum stellen wir uns heute die Frage, warum Anleger dann dennoch immer wieder so spezielle Anlagetrends mitmachen, die offensichtlich gegen jede langfristige Strategie verstoßen. In Zeiten niedriger Zinsen konnte man das ja noch nachvollziehen, es gab ja keine sicheren Alternativen. Und so lockten findige Internet-Lambo-Fuzzis mit historischen Chancen bei schweizer Luxusuhren oder Weininvestments rund um Bordeaux und aus Burgund. Da gabs noch nie Verluste, kein Risiko, Sachwerte, safe garantierte 8 Prozent, der ganze Bumms liegt steueroptimiert im Zollfreilager am Flughafen Zürich-Klothen. Als dann 2022 die Zinsen recht plötzlich anfingen zu steigen, war es das mit den bombensicheren Investments, die entsprechenden Indizes sind um 20-40 Prozent abgerauscht, 5 nach 12 zeigte der Elfenbeinchronograph mit dem französisch klingenden Doppelnamen. Steuern fallen da auch keine mehr an. Das Phänomen ist aber bei weitem nicht auf Kapitalanlagen begrenzt, sonden begegnet uns im täglichen Leben. Der neueste Trend sind Labubus, häßliche Plüschmonster zum an die Tasche hängen. Die gibt’s schon länger, wurden aber zum It-Accessoire, als eine Sängerin der K-Pop Kapelle Blackpink (!) bei Tiktok ein Foto davon postete. Kim Kardashian und andere griffen den Trend auf und heute campen Leute vor Geschäften, um die neuesten drops der ugly cute Dinger zu ergattern. Klar, in ein paar Monaten ist das vorbei und das Labubu liegt hinten in der Küchenschublade, neben einer angeknabberten Tafel ranziger Dubaischokolade. So funktionieren nunmal kurzfristige Massenpsychosen, soziale Medien erhöhen den Druck dabei zu sein noch einmal deutlich. Diese eine Youtuberin aus Wanne-Eickel hat das schließlich auch, und die muss es ja wissen. Wir möchten Ihnen jetzt natürlich nicht die Labubus vermiesen, und auch Uhren oder Wein können gute Investments sein, wenn man sich damit gut auskennt. Aber einfach nur mitzumachen, weil das alle tun, bitte nicht. Denn am Ende verdient nicht der mit den meisten Labubus im Kallaxregal auf Youtube, sondern der, der ihm die ganzen Labubus verkauft hat. In diesem Fall ist das die chinesische Firma Pop Mart, die mittlerweile über 40 Mrd. US-Dollar wert ist und in diversen Fonds und ETFs auftaucht. Weiß halt vorher keiner, die blackpink Lady hätte ja auch einen Monchichi posten können. Und weil nicht mal wir sowas vorher wissen, setzen wir bei den Investment auf breit gestreute Fonds, um ganze Märkte abzudecken. Dann hat man diese Ausreißer nämlich auch mit im Portfolio, aber eben nicht nur, denn jeder Hype hat bekanntlich ein Ende. Um die Übertreibung zu verdeutlichen, haben wir ausnahmsweise unser gewohntes Chart mit den spannendsten Fonds aus der Strategie SJB Surplus um die Labubu-Aktie erweitert. Pink war schon vergeben, daher in orange.
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